Dianas wilder Kräutergarten

Das Waldmeisterchen

29. Mai 2026

Maibowle, Schutzkraut, Schlaf- und Beruhigungsmittel, und wenn die Schwermut nicht vergehen möchte!

Wenn wir an Mai denken, dann denken wir vielleicht an den Maibaum, an das Maifest, den Wonnemonat, vielleicht aber auch an die Maibowle.
Rund um den Mai gibt es viele Rituale, Festlichkeiten und alte Bräuche. 
Der Genuss von Maibowle ist einer davon. Und der „Hauptdarsteller“ in diesem Getränk ist der Waldmeister.

Als Kind habe ich immer geglaubt, der Waldmeister müsste zwangsläufig irgendetwas mit Alkohol zu tun haben, dabei war mir der Brauch der Maibowle nicht wirklich bewusst, denn sie war das Getränk zur „Erneuerung „!

Der Waldmeister heißt Galium odoratum. Galium heißt Labkraut, denn diese tolle Waldpflanze gehört zu den Labkräutern- der gleichen Gattung wie auch das Klettenlabkraut. Odoratum heißt übersetzt wohlduftend.


Herkunft des Namens

Waldmeister soll sich von „Wal“ (vgl. Walstatt, Walhalla) und „Maier“ (Mai) ableiten. 
Sein Name leitet sich also von Walmaier ab. Diese Göttinnen, welche unsere heidnischen Urahnen „Walen“ nannten und göttlich verehrten, sollen in dem ersten christlichen Jahrhundert in die Gottesmutter Maria übergegangen sein.

Der Waldmeister wurde stets als Schutzkraut verwendet: in Lederbeutelchen am Körper getragen, sollte es vor „bösen Geistern“ schützen. Gleichzeitig war er eine „Schutzgöttin“. 
Er war ein „Waldmütterlein“, welches verirrte Kinder im Wald beschützen sollte ( heute wäre es ihm daher gewiss langweilig gewesen😉)! 

Der Waldmeister kann uns heute als eine tolle, aromatische Heilpflanze dienen, die uns beleben, schützen und erfreuen kann.

Um ihn zu finden musst du in schattige Buchenwälder gehen, denn dort wächst er mit Vorliebe. 
Man sagt, dass er dort zu finden ist, wo viel Immergrün wächst. Du solltest ihn zur Blütezeit ernten, also Mai bis in den Juni hinein.

Es ist das Cumerin, welches dem „Meister des Waldes“ sein typisches Aroma gibt. Dieses entfaltet sich jedoch erst, wenn er angewelkt ist. D.h. zum Trocknen legst du ihn in Schatten oder hängst ihn in Bündeln auf.

Der Ursprung der Maibowle

und des Maiweins war die Frühjahrskur, insbesondere für das „müde Herz“. Er wurde als Beruhigungsmittel, gegen Migräne und Schwermut genutzt.
Heute findet er überwiegend als Schlafmittel (vorwiegend für ältere Menschen) seinen Platz, hilft aber auch bei krampfartigen Zuständen, als auch bei Leber- und Darmstörungen.

Einen Waldmeister- Tee bereitest du dir zu, indem du 1 gehäuften TL Kraut mit 1/4L kochendem Wasser übergießt und 5 Minuten ziehen lässt.

Ich würde sagen: er vertreibt auch heute noch die „müden Geister“, die wir noch vom Winter mit uns rumschleppen und hilft uns sanft in den Wonnemonat zu kommen, sodass die Aussage „alles neu macht der Mai“ mithilfe dieses „Meisters“ besser gelingen kann.